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Eigentlich ist mir Halloween ja ziemlich egal, ebenso wie Fasching. Nun ist es aber so, dass ich es doof finde, zu einer Halloweenparty, zu der ich eingeladen wurde, ohne Kostüm zu gehen – aber doofer noch finde ich es, wegen eines fehlenden Konstüms gar nicht zu gehen. Und am doofsten finde ich es (persönliche Meinung, kein Vorwurf gegenüber anderen!), ein One-Size-Fits-All-Kostüm von der Stange zu kaufen und mich dann den ganzen Abend lang äußert unwohl darin zu fühlen, weil es hier kneift, da rumhängt und ich mich zudem unter dem 100%-Polyester-Stoff zu Tode schwitze. Also musste ich mir selbst was zusammenbasteln.

Die letzten Jahre war ich zu Halloween als Vampirin verkleidet, worauf ich aber dieses Mal keine Lust hatte. Daher beschloss ich, mich als „wochenlang auf der Flucht gewesende und daher glückliche Überlebende einer Zombi-Invasion“ zu verkleiden, so mit Dreck und Blut und allem toten Teufel. Diese Überlegung relativierte ich allerdings sehr schnell, nachdem ich feststellte, dass ich keine Klamotten hatte, die ich in diese Richtung verschandeln wollte.

zerschlissene und notdürftig geflickte JeansIch hatte jedoch eine kaputte „Männerjeans“ meiner Schwester sowie ein großes Kinderhemd mit Weste (welches ich eigentlich für einen anderen Zweck gekauft hatte), die sich hervorragend dafür eigneten, als Überlebender zu gehen – mit Zombi-Invasionen assoziierte ich sowieso eher Filme mit männlichen Flüchtigen, die alle einen Drei-Tage-Bart trugen. ;)

Nun war Schwesters Jeans zwar zerschlissen, Kinderhemd, Weste und das Hemd, das ich unterzuziehen gedachte, aber noch sehr neu aussehend sowie schmutz-und-blutfrei, sodass ich mit einer Schere hier und da kleine Löcher schnitt, um diese dann weiter aufzureißen. Ebenso riss ich Teile des Kragens oder der Taschen in Fetzen und ein paar Knöpfe ab. (Dass hierfür nur Kleidung in Frage kommt, die hinterher nicht mehr benutzbar sein wird, muss ich jetzt vermutlich nicht mehr erwähnen.) zerfetztes, blutiges HemdMachte übrigens irgendwie auch Spaß, mal so zerstörerisch mit Kleidung umzugehen. Hehe.

Kunstblut hatte ich leider keines (die Idee war dann doch zu kurzfristig gewesen, um extra noch mal einkaufen zu gehen), doch besaß ich weinrote Tinte, die sich sehr hervorragend eignete, hier und da Bluttropfen zu verteilen. Mehr Blut brauchte ich nicht, denn ich war ja schließlich Überlebender! ;) Für den Schmutz sorgte ich mit brauner und schwarzer Schuhcreme, die ich munter über alle Kleidungsstücke schmierte.

Unterhemd mit "Bäuchlein" aus Kissenwatte

Etwas schwieriger war es, nun, da ich als Mann gehen wollte, die doch arg verräterische Oberweise zu verstecken. Als ich vor einigen Jahren zu Halloween als männlicher Gentleman-Vampir umhergewandelt bin, hatte ich sie mir (sicherlich ziemlich dilettantisch) abgebunden, doch empfand ich das nicht als sonderlich bequem. Zudem hatte ich diesmal nicht die passenden Materialien parat, sodass ich stattdessen beschloss, untenrum etwas zuzulegen: ich stopfte daher ein kleines „Bäuchlein“ aus Kissenwatte zwischen ein Spaghettiträger- und ein Tanktop, welche ich dann wiederum mit Heftpflaster zusammenhielt (hätte sie auch zusammennähen können, wollte das schwarze Hemd aber danach noch benutzen). Et voilà: schon war – in Kombination mit der Weste – von der Brust nicht mehr viel zu sehen… und selbst wenn, es ging ja um ein Kostüm und nicht um das echte Passing als Mann.

Ein Schuh im SchuhWeiherhin war es für mich ganz wichtig, meine Füße zu „vergrößern“. Ich versuchte es zuerst mit meinen Winterstiefeln, die echte Treter sind, doch waren die viel zu warm und außerdem noch immer zu klein aussehend. Also stibitzte ich stattdessen ein paar Schuhe vom Herrn Stiefvater, die glücklicherweise so groß waren, dass ich ein paar meiner eigenen Sommerschlappen dort hineinstecken konnte; ansonsten hätte ich natürlich nicht mit diesen Riesenschuhen laufen können (das stellte sich schon so ab und zu schwierig raus, weil die Abstände beim Treppenlaufen etc. ganz anders sind *g*). Aus Respekt vor fremdem Eigentum verzichtete ich hier natürlich auf Zerstörung durch Schere und fremdfarbige Schuhcreme und ließ die Schuhe so, wie sie waren.

Strümpfe, Handschuhe und blutiger Verband.Als nächstes nahm ich ein Paar ungemochter Handschuhe und schnitt die Finger sowie ein Stück im Handgelenkbereich ab (vorher/nachher seht ihr im Foto), zog zwei verschiedene Socken an und betröpfelte eine Mullbinde mit Tintenblut, welche ich mir um den Arm band (dort, wo ich das Hemd besonders zerfetzt hatte).

Damit war das Outfit so gut wie fertig – fehlten nur noch der Bart, die fettigen Haare sowie der generelle Dreck auf der Haut.

Dass ich alles nur laienhaft anmalen würde, war mir von vorneherein klar, denn ich besaß kein Theaterzubehör für solche Zwecke. Zum „schnellen Männer-Make-Up“ finde  ich dieses Tutorial-Video große Klasse (ist zwar englisch, aber die Bilder reichen); ich habe es so ähnlich gemacht und für Bart und Augenbrauen Kajalstift und Wimperntusche benutzt. Für den Schmutz und die blauen Flecke musste dunkler Lidschatten herhalten (braun, blau und lila), und die Kratzer sind mit  Lippenstift entstanden. Im Haarspray war gefühlt eine Tonne Wet-Look-Haargel, welches ich später erst nach zwei Haarwäschen herausbekam.

Tja, und dann war ich auch schon (fix und) fertig als Zombie-Invasion-Überlebender, dessen letzte Habseligkeiten locker in eine winzige Plastiktüte passten. Da es draußen sowie in der Party-Location ziemlich dunkel war, wurde ich tatsächlich immer erst für einen Mann gehalten, sogar von Freund_innen. War ingesamt sehr lustig. ;)

das fertige Kostüm

Müde und erschöpft von der Flucht. Ob da draußen wohl noch immer Zombies frei herumlaufen…?

PS: Ich werde Bilder von Personen immer verpixeln. Einfach aus Prinzip.

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